Entscheidung zum Radweg auf August verschoben

Von Silke Schoepe

Entscheidung zum Radweg auf August verschoben

Die rote Route durch das Roschertal soll als Radweg befestigt werden. Für Rennräder empfiehlt sich derzeit nur die Straße (gelbe Route).Foto: Geo SN

Das Thema Radwegbau durch das Naturschutzgebiet Roschertal bewegt die Gemüter. Nicht nur, dass das vor zwei Wochen gesetzte Ultimatum ohne Ergebnis verlaufen ist und nun die beteiligten Gemeinden auf eine Entscheidung im August warten. Dies- und jenseits des Tales diskutieren die Bürger über den Belag des Weges. Asphalt oder sandgeschlämmt ist hier die Frage.

Frank Hieke aus Hainewalde sagt: „Viele Radtouristen stehen ratlos bei uns und wissen nicht wie weiter. Zwar gibt es die Ausschilderung des Rübezahlradweges durch das Roschertal. Mit Rennrädern ist dieser Wanderweg nicht zu befahren.“ Deshalb plädiert er für Asphalt. Gerade in den letzten Jahren, sagt er, hätte die Radtouristik zugenommen. Und das sind nicht die wagemutigen Mountainbiker, die gern über Stock und Stein donnern. Es sind ältere Herrschaften, Familien, viele Tschechen. „Sie fahren gern von Rumburg nach Liberec und mit dem Zug zurück“, hat Frank Hieke aus Gesprächen erfahren. Umständlich erklärt er denen jetzt, wie sie in Richtung Zittau auf gutem Weg weiterkommen.

Gerd Popken aus Hainewalde hat ganz andere Beweggründe, die Asphaltierung vorzuziehen. „Ich denke unternehmerisch und damit an die Folgekosten. Wenn der Weg sandgeschlämmt errichtet wird, kommen die auf uns zu.“ Das diesjährige Wetter gäbe einen Einblick, was kommen kann. „Auf wessen Kosten wird dann der Weg gepflegt“, fragt er. Sein Unternehmen befindet sich in Oderwitz. Er sehnt sich nach dem Tag, an dem er von daheim mit den Rad „ganz umweltfreundlich“ zur Arbeit fahren kann.

Zufahrt für Waldbesitzer

In Mittelherwigsdorf sind stattdessen viele der Meinung, dass ein sandgeschlämmter Weg für Radfahrer ausreicht. Das hat viele Gründe. Nicht alle liegen beim Naturschutz. Ehrenfried Korselt und andere Mittelherwigsdorfer bewirtschaften im Roschertal ein Stückchen Wald. Die Freigabe für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge ist jedoch die nächste Hürde und offenbar nicht mit der gängigen Förderpraxis zu vereinen.

„Es ist die einzige Zufahrt zum Roschertal. Die muss bleiben“, sagt er bestimmt. Ein bisschen versöhnlicher klingt es, wenn der Mittelherwigsdorfer folgenden Vergleich zieht: „In einem Oberlausitzer Eintopf kommt auch vieles zusammen und er schmeckt trotzdem. Da muss es doch gelingen, eine Lösung für alle zu finden.“

Quelle: SZ-Online vom 11.07.2009

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