Feierlichkeiten am Grufthaus

Nach neun Jahren enden die Renovierungsarbeiten am ehemaligen Kanitz-Kyaw’schen Besitz in Hainewalde

Gruft Hainewalde

Gruft Hainewalde, Foto: Günter Kutschke

Gemeinde, Planer und der hauptverantwortliche Restaurator feiern anlässlich des erfolgreichen Abschlusses der über neunjährigen Restaurierungstätigkeit am Kanitz-Kyaw’schen Grufthaus in Hainewalde am Freitag, den 26. Juni 2009 ab 10.00 Uhr im Vereinshaus „Roaperradl“ mit all denen, die zum Erfolg der Bemühungen beigetragen haben. Nach einer Einstimmung mit barocker Musik und der Begrüßung der Gäste durch Bürgermeister Jürgen Walther erläutert Dipl. – Ing. Peter Jäpel die Vorbereitungs- und baubegleitenden Leistungen, bevor Dipl. – Restaurator Uwe Konjen in einem Diavortrag die handwerklichen Leistungen ins rechte Licht rückt. Das Schlusswort ist Dr. Ulrich Rosner vom Landesamt für Denkmalpflege vorbehalten. Danach geht es mit Umtrunk und Imbiss weiter, bis die Feier mit der Besichtigung des Grufthauses ausklingt.

In der Nähe des barocken Schlosses ließ 1715 Otto Ludwig von Kanitz auf dem Friedhof des Ortes für sich und seine Frau Viktoria Tugendreich, geborene von Kyaw eine gemeinsame Ruhestätte errichten. Das Stuckmarmorgrabmal der beiden Stifter befindet sich im Inneren. Von Kanitz beauftragte den böhmischen Bildhauer Franz Biener mit der Gestaltung des herrschaftlichen Grufthauses, das heute zu den bedeutendsten Sepulkralbauwerken Sachsens zählt und im Volksmund “Hainewalder Ungeduld” heisst. Der Massivbau aus Sandsteinelementen ist als Halle angelegt und wird von einer hölzernen Dachkonstruktion gedeckt. Bei quadratischem Grundriss gleichen sich alle Seiten des reich mit vorkragenden Profilen, Gesimsen, Pilastern, Säulen und gesprengten Giebeln gegliederten Baukörpers. Die Außenfassaden werden durch aufwendigen allegorischen, die Tugenden und die unterschiedlichen Lebensstadien des Menschen personifizierenden Figurenschmuck ausgezeichnet. Der Zustand des Bauwerks war Ende der 1990er Jahre so schlecht, dass Einsturzgefahr bestand. Die Sandsteinteile waren durch Erosion, Salze, Durchfeuchtung, Frost und Rost schwer geschädigt. Die versagende Oberflächenentwässerung hatte die Gründung ausgespült.

Die DSD beteiligte sich neben dem Land seit dem Jahr 2000 mehrfach mit insgesamt über 40.000 Euro an den Instandsetzungsmaßnahmen, insbesondere der Fassaden. Das Kanitz-Kyaw’sche Grufthaus in Hainewalde ist somit eines von über 650 Denkmalen, die die Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Sachsen fördern konnte. Unter anderem gehören Schloss Moritzburg, der Meissner Dom und das Zittauer Stadtbad zu den Förderprojekten.

Bonn, 26. Juni 2009/Schi

Quelle: denkmalschutz.de

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