Gemeindeblatt vom 13. Juli 2018

Liebe Hainewalder, liebe Leserinnen und Leser des Nachrichtenblattes,

Evelyn und Hans-Jörg Stürmer vor dem Schul-/ Kindergartenkomplex – einer ihrer langjährigen beruflichen Wirkungsstätten.

Evelyn und Hans-Jörg Stürmer vor dem Schul-/ Kindergartenkomplex – einer ihrer langjährigen beruflichen Wirkungsstätten. Foto: Jürgen Walther

sagt man zu einer Person scherzhaft: „Du gehörst schon zum Inventar“, dann handelt es sich bestimmt um einen langjährigen Mitarbeiter/eine langjährige Mitarbeiterin. Auf Evelyn und Hans-Jörg Stürmer trifft diese Redewendung bestimmt zu. Beide traten am 1. April 1977 ihren Dienst bei der Gemeinde Hainewalde an. Evelyn als Reinigungskraft und Hans-Jörg als Haumeister im damaligen Schulkomplex. Mit einem hintergründigen Schmunzeln erinnern sich selbst meine – inzwischen um die 40 Jahre alten Kinder – noch an ihre Schulzeit und die Begegnungen mit dem damaligen Hausmeister.

„Wenn Herr Stürmer den Schülern in Sachen Ordnung und Disziplin – oft stimmgewaltig – die Richtung vorgab, dann standen alle stramm und eventuelle Wiederholungstäter hatten nichts zu lachen.“, so der einstimmige Tenor meiner Sprösslinge. Dabei verlangte Hans-Jörg Stürmer von den Schülern nur das, was er selbst auch vorlebte und ihn ab 1997 als Vorarbeiter im Bauhof der Gemeinde für mich zu einem zuverlässigen Partner machte.

Zudem sorgte er mit seinen sprichwörtlich „goldenen Händen“ dafür, dass die umfangreiche Technik im Bauhof immer einsatzbereit war und viele handwerklichen Arbeiten in kommunalen Gebäuden und Anlagen selbst ausgeführt wurden. Als Allrounder geschätzt war er auch als Gerätewart bei der Freiwilligen Feuerwehr Hainewalde, der er fast 40 Jahre mit Leidenschaft angehörte.

Es wäre müßig, die einzelnen Aufgaben aufzuzählen, die Herr Stürmer in seinem Arbeitsalltag zu bewältigen hatte. Auf alle Fälle kann ich ihm bescheinigen, dass er im Ort in seiner Wirkungszeit eine Unmenge sichtbarer positiver Spuren hinterlassen hat, an denen wir uns alle erfreuen können. Evelyn Stürmer hat in ihrem Wirkungsbereich alles getan, dass unsere öffentlichen Gebäude immer einen ordentlichen Eindruck machten.

Das Ehepaar Stürmer geht Ende des Monats in den wohlver dienten Ruhestand, für den ich ihm viel Gesundheit und Freude wünsche – natürlich verbunden mit einem herzlichen Dank für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

Tag der offenen Tür

Zu einem freudigen Höhepunkt im Ortsleben gestaltete sich der „Tag der offenen Tür“ in unserer Kindertagesstätte „Mandauspatzen“. Näheres wird die Leiterin der Kita, Frau Wolf, im Blatt berichten, weil ich zum Zeitpunkt im Urlaub war. Auf alle Fälle möchte ich mich bei unseren Erzieherinnen und den Erziehern herzlich dafür bedanken, dass sie aus den oft schwierigen Bedingungen während der Umbauphase mit Fantasie und Eigeninitiativ das Beste für die Betreuung der Kinder gemacht haben.

Richtfest am Kretschamberg

Nägel mit Köpfen schlug Frau Birgit Kröber am 6. Juli während des Richtfestes ihres neuen Pflegeheimes am Kretschamberg zielsicher in die Dachsparren und sparte in der kurzen Ansprache nicht mit Lob an der bauausführenden Firma Franke aus Hainewalde.

Viele neugierige Nachbarn der neuen Anlage nutzten die Gelegenheit, den Rohbau zu begutachten. Frau Kröber ließ es sich nicht nehmen, die einzelnen Funktionsräume im Haus selbst zu erklären. Bei der Firma Kröber handelt es sich um ein bereits mehrfach ausgezeichnetes Pflegeteam. Der spürbar herzliche Umgang zwischen Chefin und Angestellten während des Rundganges im Haus ist wohl bezeichnend für das Erfolgsrezept des
Unternehmens.

„Die TRIXI-Story“

Im Deutschen Damast- und Frottiermuseum wird am 22. Juli eine Ausstellung zu 85 Jahre Waldstrandbad, 40 Jahre Walross-Rutsche (Architekt Joachim Liebscher) und 20 Jahre TRIXI-Ferienpark eröffnet. Ich erinnere mich gern daran, wie mein Vater von seiner eigenen Mitwirkung bei der Errichtung des Waldstrandbades im Rahmen des Arbeitsdienstes bis 1933, erzählte. Er berichtete auch, mit welchem Enthusiasmus unter den damals schwierigen Bedingungen, dieses Kleinod aus einer Sumpflandschaft in unserer Nachbargemeinde Großschönau entstand und zumindest in der DDR-Zeit als das attraktivste und begehrteste Freibad bei den Urlaubern im Lande galt.

Gern erinnere ich mich daran, wie ich als Kind beim Schwimmmeister Arthur Bürger Schwimmen gelernt habe und mit den Freunden viele Sommerstunden im Waldstrandbad verbrachte. Nach der Wende kam ich in meiner jetzigen Funktion mit dem Bad erstmals wieder im Rahmen des Projektes Allwetterbad (TRIXI-Bad) in Berührung. Die Freude über die Errichtung dieser für den Tourismus enorm wichtigen Freizeitanlage, die großzügig mit Fördermitteln bedacht, parallel mit der Eissportanlage und dem Schmetterlingshaus in Jonsdorf entstand, wich mit der schon während der Bauphase einsetzenden politischen Ausschlachtung, bei der es ausschließlich um Machtkämpfe von Personen und Parteien – vorzüglich im Kreistag des Landkreises Zittau, ging.

Die damaligen Akteure interessierte nicht im Geringsten, dass das Unternehmen TRIXI schon vor der Einweihung durch Kriminalisierung jeden Schrittes so geschädigt war, dass es wirtschaftlich keine Chance hatte, auf die Beine zu kommen. Ich erinnere nur an den damals nicht mehr hergestellten Parkplatz vor dem Bad. Die Folgen der Machenschaften führten nicht nur zu personellen Konsequenzen in der TRIXI-Bad-Gesellschaft, sondern auch im Regierungspräsidium Dresden, was dem gesamten Landkreis in der Folge nicht gut tun sollte. Dass ich selbst vor einem Untersuchungsausschuss des Landkreises antreten musste, um mein „schädliches“ Mitwirken bei der Errichtung des TRIXI-Bades zu „verteidigen“, sehe ich als Nebenerscheinung an, die mich aber trotzdem nachhaltig geprägt hat und mein Misstrauen gegenüber bestimmten Politikern aus damaliger und jetziger Zeit wachhält.

Die vielsagende Überschrift damals in der Sächsischen Zeitung „Bürgermeister zeigen keine Reue“ waren sichtbare Zeugnisse der Hetz- und Hasstiraden, denen die Macher des Hallenbades, seitens der mediengeilen vermeintlichen „Rechthaber“, ausgesetzt waren. Wen verwundert es, dass diese Erfahrungen bei der Beziehung zu manchem der damaligen Machtstreber noch heute nachwirken.

So bin ich gespannt, ob die Ausstellung im Museum auch die dramatisch inszenierte Zeit zwischen 1998 und 2001 beleuchtet. Für die Geschichtsaufarbeitung für das Unternehmen wäre es dienlich und könnte vielleicht bestehende Blockaden im politischen Umfeld lockern. Wenn nicht, würde ich den Part spätestens in meinem Ruhestand selbst übernehmen; objektiv und wenn möglich emotionsfrei. Dank der Rettung des damals arg gebeutelten Unternehmens durch den Landkreis – maßgeblich durch die federführende Mitwirkung des 1. Beigeordneten, Herrn Thomas Gampe – hat sich das TRIXI-Bad zu einem entscheidenden und stabilen touristischen Wirtschaftsfaktor unserer Region entwickelt und ich bereue nicht, dass ich bislang daran mitwirken konnte. Es war eine Erfahrung in meinem Berufsleben, die ich – mit genannten Abstrichen – in den meisten Phasen nicht missen möchte.

Ihr Jürgen Walther