Liebe Hainewalder, liebe Leser des Nachrichtenblattes,

Gemeindeblatt vom 12. April 2013

Mit zunehmender Entfernung zum versorgenden Hauptversorgungspunkt in Großschönau nehmen die Bandbreiten von 6 Mbit/s auf kleiner als 2 Mbit/s (gelb) beständig ab. In verschiedenen Ortsbereichen von Hainewalde ist keine DSL-Versorgung (rot) mehr möglich.

Mit zunehmender Entfernung zum versorgenden Hauptversorgungspunkt in Großschönau nehmen die Bandbreiten von 6 Mbit/s auf kleiner als 2 Mbit/s (gelb) beständig ab. In verschiedenen Ortsbereichen von Hainewalde ist keine DSL-Versorgung (rot) mehr möglich.

wer Schlechtes denkt, könnte meinen, in absehbarer Zeit stünden Wahlen ins Haus. Plötzlich und unerwartet hat die Politik Förderprogramme in Aussicht gestellt, um der Bevölkerung den Schritt zur Wahlurne etwas schmackhafter zu machen und die nötigen Kreuze auch an der richtigen Stelle zu setzen.

Breitband-Internet bald in Hainewalde?

Denn, siehe da, das im ländlichen Raum schwierige Thema der Breitbandversorgung mit Internet soll mittels Förderung gute Chancen für einen deutlichen Qualitätssprung erhalten. Das Land Sachsen winkt noch 2013 mit Millionen Euro (die technische Umsetzung wäre dann 2014), um die Landbevölkerung mit – zumindest – schnellerem Internet zu versorgen. Die Richtlinie dazu geht von einer Geschwindigkeit von 2 Mbit/s (Megabit pro Sekunde) aus, die nach der technischen Umsetzung jedem Anschlussnehmer garantiert werden soll.

Kein Internet im Raum Butterberg

Unterhalb der Himmelsbrücke krebsen wir mit ca. 600 Kbit/s (Kilobit pro Sekunde) rum. Im Raum Butterberg behilft man sich derzeit mit Brieftauben, Signalfeuern und Morsezeichen, um mit der Welt in Kontakt zu bleiben, weil Internet faktisch nicht anliegt. Das ist heutzutage ein unerträglicher Zustand. Internet ist inzwischen für viele Gewerbe eine unausweichliche Bedingung, um Arbeitsplätze zu halten und evtl. neue zu schaffen. Ursprünglich hatte die Bundesregierung u.a. die Internetversorgung der Telekom übertragen. Weil sich das Unternehmen erfolgreich wehrte und inzwischen auch Konkurrenz hat, verschiebt man jetzt die Verantwortung still und leise auf die Gemeinden.

Wirtschaftlichkeitslücke: 148.000 Euro – Förderung in Aussicht!

Ich hätte ja kein Problem damit. Aber als die Telekom 1995/96 im Eiltempo Hainewalde in allen möglichen Versionen verkabelte, damit die Telefonversorgung der Haushalte so schnell wie möglich realisiert wurde, war es nicht einmal ansatzweise ein Thema, dass das Internet nach zehn Jahren folgen sollte. Ansonsten wäre es keine Frage gewesen, dass die Gemeinde bei den Gestattungsverträgen mit Telekom für die Straßennutzung auf die Verlegung von Leerrohren für künftige Medien gedrungen hätte. Heute reden wir für die unterversorgten Teile des Ortes (unter 2 Mbit/s) von einer Wirtschaftlichkeitslücke von 148.000 Euro. Eine stattliche Summe, die die Gemeinde in die Knie zwingen würde. Bei in Aussicht gestellten Fördermitteln von 90 Prozent wird es die Gemeinde etwa 17.000 Euro kosten, wobei in dieser Summe die Planungskosten enthalten sind. Ich denke, bei der Dringlichkeit der Maßnahme wird der Gemeinderat diese Summe im Haushalt gern einstellen.

Inzwischen sprechen die Techniker schon vom „hyperschnellen Internet“ von 100 Mbit/s und mehr. Ob dann die technischen Lösungen von heute noch ausreichen, kann keiner sagen. Wie gesagt; gefördert werden jetzt die 2 Mbit/s und wer den Ball nicht aufgreift, bleibt beim Brieftaubensystem. Experten meinen, dass diese Mindestgeschwindigkeit für die nächsten Jahre bestand hat und den Ansprüchen genügt. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das Thema der Umrüstung auf höhere Geschwindigkeiten in absehbarer Zeit wieder auf der Tagesordnung steht. Wer das System kennt, weiß wie in Deutschland Wirtschaftsförderung betrieben wird und hohe Steuern begründet werden.

Voraussetzung für die mögliche Förderung ist das Vorliegen einer „Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse“. Zum Glück haben sich die Gemeinden des „Naturpark Zittauer Gebirge“ schon Anfang 2012 zum Erstellen der Analyse bekannt und diese bei einer Ingenieurgesellschaft in Auftrag gegeben. So haben wir jetzt eine fundierte Grundlage für die Antragstellung. Das Ergebnis sehe ich auch als eines der ersten großen Projekte im Naturpark an, welches Ortsgrenzen überschreitende Wirkung im Rahmen unserer ILE-Kulisse zeigt und beispielgebend dafür ist, dass beim Denken über den eigenen Kirchturm hinaus mehr für die Bevölkerung getan werden kann, als wenn man „im eigenen Saft schmort“.

Wir müssen uns damit abfinden, dass einzelne kleine Gemeinden an den Tropf gehangen werden. Oder wir lernen es, in größeren Einheiten zu denken und zu handeln, so wie wir es jetzt bei der Herstellung der Breitbandinternetversorgung tun. Die Zeichen von Bund und Land sind unverkennbar. Gefördert werden künftig größere Gebiete, wie der Naturpark und keine Nester, wie einzelne Gemeinden.

LED- Leuchten

Zum Thema Straßenbeleuchtung (im letzten Nachrichtenblatt ) hat sich der Gemeinderat mehrheitlich für die Installation von modernen LED-Leuchten im Bereich Talstraße und Butterberg ausgesprochen. In Anbetracht der Erfahrungen mit der Abschaffung der Glühlampen für den Haushalt und dem allgemeinen Trend dürfte diese Entscheidung richtig und zukunftsträchtig sein. Wie sagte Gemeinderat Wolfgang Sickert zutreffend: „Wenn die Zukunft LED-Leuchten sind, werden wir doch in Hainewalde keine Gaslaternen aufstellen.” Wo er Recht hat, hat er Recht! Aufwand, Nutzen und Stand der technischen Entwicklung sollte auch künftig als Maßstab für Investitionen gelten.

Schade, dass bei der Beschleunigung des Internetausbaues von den Förderstellen nicht die gleichen Prämissen angesetzt werden.

Jürgen Walther