Liebe Hainewalder, liebe Leser des Nachrichtenblattes,

Wegweiser führen Touristen zum Schloss und zur Kyaw‘schen Gruft. Foto: Jürgen Walther

Neue Wegweiser. Foto: J. Walther

Geschichten, die das Leben schreibt, sind Teil der Würze meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Es vergeht wohl keine Woche, wo nicht etwas geschieht, was sich nicht lohnen würde, für die Nachwelt festgehalten zu werden. Spätestens wenn ich von der politischen Bühne verschwinde, wird es mir Freude bereiten, meine Erlebnisse nieder zu schreiben; die netten und die weniger schönen.

Eine nette Geschichte, die das Leben schrieb, ist mir erst kürzlich wiederfahren: Wie so oft blinkte die Anzeige meines Telefonanrufbeantworters. Beim Abhören meldete sich eine freundliche Stimme: „Hier ist die Renate S. Ach Herr Walther, ich hätte da mal eine dringende Bitte. Mein Enkel, der Max soll für die Schule Hainewalder Sehenswürdigkeiten beschreiben und auch Fotos von den Objekten beilegen. Hätten Sie denn ein aktuelles Foto vom Gemeindeamt? Wenn nicht, dann müsste der Max selber ein Foto machen…“ Nun, da es grad Sonntag war und ich nicht so recht wusste, ob wir im Amt ein aktuelles Foto von unserem Gemeindeamt haben, riet ich der fürsorglichen, lieben Uroma, dass Max doch selbst ein Foto schießen sollte, damit er seine Hausaufgabe rechtzeitig abgeben könnte.

Die Geschichte ist vielleicht nicht besonders aufregend. Aber es ist doch schön zu wissen, wenn es noch so funktionierende Familienverhältnisse gibt, wo sich Enkel und Urenkel kümmern und ihnen ihre Lebenserfahrungen weiter reichen. Und dazu gehört auch, dass die „kleinen Verwandten“ ihre schulischen Hausaufgaben machen und auch ihren anderen Pflichten nachkommen. Oft können die Nachkommen gleichfalls von den Großeltern Lektionen über Anstand und den „Umgang“ mit anderen Kindern oder Erwachsenen lernen, oder bekommen von den „Alten“ Einblicke in die Natur und das wahre Leben, weitab vom virtuellen Dasein am Computer. Früher waren solche Großfamilien, wo die Jungen von den Alten lernen konnten und die Senioren im Bedarfsfall von den Familienangehörigen versorgt und gepflegt wurden, zumindest auf dem Lande ganz normal. So wie diese beneidenswerten Familienbande langsam selten werden, droht der sogenannte Generationenvertrag, bei dem die Jüngeren für dieÄlteren sorgen, durch den Zerfall gesellschaftlicher Verantwortlichkeiten systematisch aufzuweichen. Die Folgen dieser Entwicklung können wir täglich hautnah erleben, wenn einerseits Pflegedienste und Altenheime wie Pilze aus dem Boden schießen und anderseits zunehmend Probleme mit der heranwachsenden Jugend entstehen, der es oft an hautnahen Vorbildern fehlt. Alles kostet der Gesellschaft – uns allen – viel, viel Geld.

Was hat der Max doch für ein Glück, dass er eine Uroma hat, die ihm bei den Hausaufgaben hilft und viele andere nützliche Sachen beibringt und großen Dank an alle (Ur)Großeltern, die ihre Enkel so hilfreich betreuen!

Übrigens wird der Max ab sofort leichter zu unseren Hainewalder Sehenswürdigkeiten finden, wenn er wieder einmal über sie
schreiben sollte. Speziell die Zufahrten zum Schloss und uns berühmte Kyaw‘sche Gruft haben wir mit ansprechenden Schildern ausgewiesen. Der endgültige Stand kann natürlich erst nach der Fertigstellung der Stützmauern hergestellt werden.

Für die Ortsunkundigen dürfte mit der Ausschilderung bereits
jetzt eine wesentliche Verbesserung eintreten, um unseren Ort erkunden zu können.

Zum Schluss noch zwei Nachrichten aus der Arbeit des Gemeinderates:

  • Zu Gunsten der sozial benachteiligten Eltern wird auf die Erhöhung der Zuzahlungen für den Bereich Krippe der Kindertagesstätte „Mandauspatzen“ verzichtet. Die möglichen Zuzahlungen beruhen anteilig auf den tatsächlichen Betriebskosten, wobei hier die Tarifsteigerungen im Personalbereich (Öffentlicher Dienst) einen erheblichen Einfluss haben.
  • Die Anfrage der Eltern, der neu einzuschulenden Kinder, ob für die Erstklässler wieder ein Sonderbus für den Schülertransport eingesetzt werden könnte, wurde abschlägig beantwortet, weil es mit dem derzeitigen öffentlichen Transport gute Erfahrungen gibt. Außerdem wurde die anteilige Kostenbeteiligung durch den Landkreis vor drei Jahren eingestellt, was bedeuten würde, dass die Eltern an einem rein gemeindlichen Sonderbus finanziell beteiligt werden müssten.

Ich wünsche uns allen, dass dem verkorksten Frühjahr ein umso schönerer Sommer folgt!

Ihr Jürgen Walther

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