Aus dem Gemeindeblatt
Gemeinde Hainewalde • Bekanntmachungen 16.11.2007
Verantwortlich für den Inhalt: Bürgermeister Jürgen Walther

Liebe Hainewalder,
liebe Leser des Nachrichtenblattes,

in den letzten Tagen und Wochen sind Medienbeiträge über unsere Gemeinden erschienen, die zu Empörung in dem einen, speziellen Fall, wie auch zu Schmunzeln in anderen Fällen führten. Dabei gibt es keine Frage, der Beitrag des MDR zum 3. Oktober, der Wohl die „bösen Folgen“ der Wiedervereinigung im äußersten Osten des Ostens darstellen sollte, war jämmerlich recherchiert und strotzte nur so von Unsachkenntnis und Flachheit. Ich konnte mich des Eindruckes nicht erwehren, dass der Filmemacher in dem Beitrag seinen eigenen, nach seinem Empfinden besseren Zeiten vor der Wende, nachtrauert und mit der heutigen Zeit ganz und gar nicht zu Recht kommt. Und das, obwohl er heute durch eine scheinbar grenzenlose Medienfreiheit alle Privilegien der Welt besitzt und — zumindest scheinbar — über das Schicksal von Menschen, Regionen und auch politischen Systemen entscheiden kann. Ein Grund dafür kann sein, dass die speziell ostdeutschen Medienmacher zur Wende zwar Vergangenheitsbewältigung bei allen anderen Berufsgruppen lautstark angemahnt hatten, aber die eigene „Säuberung“ schlichtweg vergaßen. Beim sogenannten Heimatsender hätte jedenfalls so eine Schlappe nicht passieren dürfen. Mit solchen Beiträgen werden die vielfältigen Anstrengungen der Menschen vor Ort, unsere Region vorwärts zu bringen, mit Füßen getreten. Dennoch würde ich dem MDR eine Chance zur Rehabilitation geben, weil ich nicht so recht glauben kann, dass sich die Redaktion die Stimmungsbilder nur aus den Armeln gezogen hat, sondern dass entsprechende Infos auch von hier geliefert wurden.

Artikel, die den einen zum Schmunzeln bringen und den anderen die Zornesröte ins Gesicht treiben, gibt es heute unter dem Deckmäntelchen der Pressefreiheit wohl in Fülle. Erinnern möchte ich an dieser Stelle an eine Anzeige in unserem Nachrichtenblatt Mai 2006, bei der es um persönliche Diffamierung meiner Person ging. Eine Sache, über die ich nicht lachen konnte und die bis zum Gericht führte. „Eingestellt wegen Geringfügigkeit“ lautet das Urteil auf Kosten des Steuerzahlers. Nun was zählt heute schon persönliche Beleidigung und Verleumdung, wenn sich die Gerichte mit Zänkereien über den Gartenzaun beschäftigen müssen. So erscheint es mir ehrlicher, den Leser des Nachrichtenblattes bei verfänglichen Angelegenheiten einmal durch die Blume des Lächelns zu informieren, als gar nicht. So kann man die Geschehnisse um das Hainewalder Schloss im letzten halben Jahr als „wissenschaftliche Arbeiten“ präsentieren. Die Bevölkerung in Hainewalde und um das Schloss herum haben die mysteriösen nächtlichen Aktivitäten der Schatzsucher eher als geheimnisvoll und „märchenhaft“ empfunden und besonders die bis dahin aktiven Mitglieder des Schlossvereins konnten sich die plötzliche Situation mangels Information nicht erklären. Der letzte Höhepunkt in dieser Angelegenheit war wohl der Artikel „Mini-Loch und großer Schatz“ in der SZ vom 07. November 2007. Nicht nur, dass daraus die bereits vollzogene Eingemeindung von Hainewalde nach Großschönau zu entnehmen war. Auch Dr. Rosner als unser zuständiger Landesdenkmalpfleger wartet noch verbissen auf die Ergebnisse der Bodenbeschaffenheitsuntersuchungen am Schloss und wird sich noch lange „ein Loch in den Bauch freuen“ können, bevor er einen nützlichen Hinweis zum Erhalt des Schlosses von den Schatzsuchern bekommen dürfte.

Ein weiteres Zeugnis pressefreiheitlicher Missverständlichkeiten ist die Ankündigung der Gemeinderatssitzung am 29. Oktober in Großschönau im Oberlausitz-Kurier, bei der eine Beschlussvorlage über eine Verwaltungskostenumlagen für 2008 an Hainewalde auf der Tagesordnung stehen sollte. Damit wäre Hainewalde im nächsten Jahr um schlappe 220 Tausend Euro reicher geworden. Aber leider, die Krötenwanderung geht unglücklicher Weise in Richtung Großschönau…

Soweit über die Unbilden der Informationsgesellschaft und ich nehme für mich zumindest in Anspruch. nicht bei jeder Fehlmeldung den Bundesgerichtshof anzurufen. Was sollten übrigens die Satiriker und Programmgestalter unserer jetzt besonders aktiven Faschingsvereine als Motto nehmen, wenn wir, oder auch andere, ihnen nicht ab und zu einen Knochen zuwerfen würden?

Nun zu den ernsteren Dingen des Lebens. Wie Sie vielleicht aus der Zeitung entnommen haben, ist unsere Gebietskulisse „Naturpark Zittauer Gebirge“ beim Rennen um die Förderung bis 2013 nur „zweiter Sieger“ geworden. Aus den Erfahrungen der Programmdorfzeit wissen wir, dass um erster Sieger zu werden, mehr dazu gehört, als ein gutes Konzept vorzulegen. Auch müssen im Rahmen der Förderung einer Gebietskulisse, also nicht mehr einer einzelnen Gemeinde, die Befindlichkeiten der Akteure in Einklang gebracht werden. So zeigt sich, dass es momentan schon ein Problem ist, den Radwanderweg durch das Roschertal zeitgleich zu bauen, damit es auch Sinn macht. So hat Hainewalde die Mittel schon seit 2006 parat, wogegen die Gemeinde Mittelherwigsdorf den Haushalt damit erst 2011 belastet. Immerhin hätte der Weg in Großschönau grenzüberschreitenden Charakter und Richtung Norden würde er an der Ostsee enden. Eigentlich für alle super wichtig, aber… Das Gemeinsame scheint das zu werden, was für alle schwer zu machen ist. Mit der Bereitstellung von cirka 7,4 Mio Euro Fördermittel bis 2013 für das Beantragungsgebiet sind die Möglichkeiten eher bescheiden. Hainewalde hat in den letzten 17 Jahren allein weit über das Doppelte für Investitionen ausgegeben. Das heißt aber nicht, dass wir keine Ideen für die Zukunft hätten. Schließlich hilft jeder hier ausgegebene Euro Arbeitsplätze zu sichern und unsere Heimat attraktiver zu machen.

Bis Ende November sollte der größte Teil unserer Außen- baustellen abgeschlossen sein. Das größte Interesse dürfte der Neubau des Kirchsteges geweckt haben. Herr R. Buttig hat mir dazu ein Paar geschichtliche Daten aus unserer Ortschronik zugestellt, die ich Ihnen gern vermitteln möchte:

Der Kirchensteg

  • 1686 — wurde der sogenannte Kirchensteg gebaut und festgesetzt. Die Kirche habe künftig das nötige Holz, so lange taugliches im Kirchenbusch vorhanden ist, zu geben.
  • 1744 — Am 3. März nahm das Wasser beim Eisgang alle Stege im Dorfe mit sich fort.
  • 1860 — anhaltender Regen, die Mandau schwoll an, so dass die Flut größer war als 1804. Der Kirchsteg wird zur Hälfte fortgeschwemmt, der mittlere Pfeiler wird ganz zerstört.
  • 1887 — schwere Gewitter, die Mandau schwoll derartig an, dass sie wie ein reißender Strom die Ufer weit überflutete. Der Steg wurde fortgerissen.
  • 1892 — An Stelle des hölzernen Kirchsteges, unterhalb der Kirche, wurde in diesem Monat eine eiserne Brücke mit hölzernem Bohlenbelag vollendet. Zu deren Bau hat die Kirche 100.- Mark gegeben. Der ganze Bau kostete 1600.- Mark.

Unser neuer Steg kostet in Zahlen ausgedrückt ungefähr das achtzigfache. Also ist die Frage der Weihnachtsgeschenke geklärt. Apropos Weihnachtsgeschenke. Als besonderes Schnäppchen für den Weihnachtsmarkt am ersten und zweiten Dezember haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht. Kommen Sie einfach an den Stand der Gemeinde und lassen Sie sich überraschen! An der Stelle ein ganz großes Dankeschön an Frau Böhme, die seit Oktober freiwillig in ehrenamtlicher Tätigkeit zum Wohle unserer Bürger arbeitet und den Weihnachtsmarkt ganz selbstverständlich mit organisiert hat.

Ihr Jürgen Walther

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