Der Hainewalder Künstler Ulrich Hoyer vor einem Bild, das in Acryl gemalt wurde und den Titel „Scarlett“ trägt. Einige Werke des 43-Jährigen werden ab September in einer Zittauer Rechtsanwaltskanzlei ausgestellt. Foto: Thomas Knorr

Foto: Thomas Knorr

Hobbymaler mit Sinn für Pop-Art

Von Jan Lange

Hainewalde. Der Künstler Ulrich Hoyer bereitet derzeit seine zweite Ausstellung in Zittau vor, die im September eröffnet werden soll.

Knapp zwei Monate ist es noch hin bis zur Eröffnung der Ausstellung, doch Ulrich Hoyer steckt längst voll in den Vorbereitungen. Extra für seine zweite Schau will der Hainewalder Künstler einige neue Bilder malen. An dem größten arbeitet er schon über zwei Monate.

Viel zu lange, wie er selber meint. Doch dies ist eben die Unsicherheit bei seinem Hobby: Der 43-Jährige weiß am Anfang nie, wie lange er für ein Bild braucht. „Das kann manchmal über Monate dauern, mit Pausen zwischendurch“, erzählt er.

Thema ist „Für und Wider“

Auch bei seinem allerersten Bild, das Ende der 90er Jahre entstand, war dies so. Anlass dafür war der tragische Tod eines Freundes. „Eines Abends kam mir die Idee, meine Gedanken dazu malerisch festzuhalten“, sagt Hoyer.

Der Tod des Freundes lag zu dem Zeitpunkt bereits ein Jahr zurück. Fast genauso lange brauchte der ambitionierte Hobbymaler, bis das Werk schließlich fertig war. „Ich wollte zuerst ein Gesicht reinbringen, habe die Idee aber wieder verworfen.“ Stattdessen entschied er sich für ein Kreuz als Symbol des Todes. Seine abstrakten, meist großformatigen Bilder handeln oft von diesem Thema – ebenso wie vom Leben, vom Aufstieg und Fall. Schwarz und andere dunkle Farben wechseln sich dabei mit bunten, farbenfrohen Tönen ab. Überall in seinem Hainewalder Eigenheim hängen die eigenen Werke. Denn eines kann Ulrich Hoyer gar nicht leiden: kahle Wände. „Wenn Bekannte oder Freunde den Mut haben, meine Bilder aufzuhängen, dann fülle ich ihnen gern ihre leeren Wände.“

Auch in der Zittauer Rechtsanwaltskanzlei von Andreas Brieger werden demnächst einige echte „Hoyer“ hängen. Hier findet nämlich seine zweite Ausstellung statt, die sich dem Thema „Für und Wider“ widmet. Präsentieren will der 43-Jährige dabei vor allem Pop-Art-Bilder – ein Stil, den er vor etwa sechs Jahren für sich entdeckte. Auslöser war auch hier der eigene Freundeskreis. „Ich bekam ein Bild von Andy Warhol geschenkt, das Marilyn-Dyptichon von 1962. Danach habe ich mich intensiv mit dem berühmten Maler beschäftigt und war davon so fasziniert, dass ich es selber ausprobieren wollte“, erzählt Hoyer und fügt hinzu: „Wider Erwarten konnte ich es. Aber es sieht leichter aus, als es ist.“

Quelle: sz-online.de 17.07.2007

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