Ostflügel vom Schloss wird notgesichert

Herr Peuker, nach der zweiten Ausschreibung für den 2. Bauabschnitt der Notsicherung des Ostflügels hatten zwar Firmen Angebote abgegeben, diese lagen aber über der Kostenberechnung. Ist nun doch eine Firma beauftragt worden?

Ja, das Bauunternehmen Vass aus Großschönau erhielt als wirtschaftlich günstigster Bieter den Auftrag.

Wurden Abstriche bei der Notsicherung gemacht?

Nein. Da kann es auch keine geben, weil die Arbeiten hierfür zwingend notwendig sind. Das Ziel der Notsicherung ist, den Ostflügel gegen drohenden Einsturz zu sichern und damit die historische Substanz des Schlosses in seiner Gesamtheit zu erhalten. In Abstimmung mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden zusätzlich Mittel in Aussicht gestellt, um die entstandenen Mehrkosten weitestgehend abzufangen. Zu dem sind Optimierungen beim Bauablauf und der Bautechnologie angedacht, um die Kosten zu minimieren.

Warum war es so schwer, eine Firma für die Arbeiten zu finden. An der ersten Ausschreibung gab es nicht ein Angebot?

Infolge des hohen Schwierigkeitsgrades der Baumaßnahme wurden mit einer beschränkten Ausschreibung fachlich geeignete, überwiegend regionale Firmen zur Angebotsabgabe aufgefordert, jedoch hat keine ein Angebot zum Termin abgegeben. Daher wurde in Abstimmung mit dem baubegleitenden Ingenieurbüro entschieden, eine beschränkte Ausschreibung durchzuführen. Von den 22 Bewerbern wurden acht geeignete ausgewählt. Sechs Firmen haben ein Angebot abgegeben.

Wann geht es mit der Notsicherung des Ostflügels los?

Der Bauauftrag ist bereits ausgelöst, in der nächsten Woche ist die Bauanlaufberatung geplant.

Was ist für die Sicherung des Gebäudeteiles alles notwendig?

Es sind alles Maßnahmen, die der Stabilisierung des Ostflügels dienen. Unter anderem ist die Entlastung der Decken, insbesondere im ehemaligen Tanzsaal geplant. Zu dem wird mit dem Einbau vom Zugankern in allen Etagen und Rissverpressungen die Stabilität der Außenwände gesichert. Es erfolgt eine Entlastung der zum Teil einsturzgefährdenden Gewölbe in den Kellergeschossen sowie eine Gründungsstabilisierung. Im Außenbereich wird dass Oberflächenwasser vom Gebäude weggeleitet.

Wann sollen die Arbeiten hierfür beendet sein?

Unser Ziel ist bis zum Jahresende.

Und wie geht es dann mit der Sanierung weiter?

Dazu kann ich im Moment nichts sagen. Wir sind da als Gemeinde allein überfordert. Die Arbeiten jetzt haben nichts mit der Sanierung des Schlosses zu tun. Sie dienen lediglich einer Notsicherung, um die Gebäudesubstanz zu erhalten.

Wie wird die Notsicherung jetzt finanziert?

Mit Fördermitteln aus dem Sonderprogramm „Denkmalschutz des Bundes“ und durch den Freistaat mit dem Programm „Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmalen“. Der für das Projekt notwendige Eigenanteil wird durch zweckgebundenen Spenden der Deutsche Stiftung Denkmalschutz beigesteuert.

Das Gespräch führte Holger Gutte.

Quelle: sz-online.de 04.08.2010

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