Die Leiterin des Eurohofs Dreiländereck, Martina Burisch, und Hainewaldes Gemeindepfarrer Matthias Schmidt schauen sich die Erntekrone an, die für das Erntefest am Sonntag im Eurohof gestaltet wurde. Foto: Matthias Weber

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Eine stattliche Krone gehört zum Erntezug durchs Dorf

Von Jan Lange

Hainewalde. Nach über 30 Jahren lebt im Ort wieder eine Tradition auf. Knapp 30 Fuhrwerke wollen sich beteiligen.

Eigentlich werden Erntedankfeste am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Nicht so in Hainewalde. Hier findet es bereits zwei Wochen früher statt. „Das hängt damit zusammen, dass es weniger Pfarrer als Kirchgemeinden gibt“, erklärt der evangelische Pfarrer Matthias Schmidt. Deshalb werden die verschiedenen Erntedankfeste heute innerhalb einer Spanne von drei bis vier Wochen begangen. In Hörnitz, wo der Kirchenmann ebenfalls zuständig ist, wird beispielsweise erst am zweiten Sonntag im Oktober gefeiert.

Über langen Schatten springen

Eine andere Tradition, die zum Erntedankfest gehört, will die Hainewalder Kirchgemeinde jetzt wiederbeleben: den Erntezug. „Die Leute erzählten mir, dass es vor mehr als 30 Jahren zuletzt einen Erntezug gab“, sagt Pfarrer Schmidt. „Das ist eine Herausforderung, über diesen langen Schatten zu springen“, fügt er hinzu. Angesichts der bisher gemeldeten Fuhrwerke – zwischen 20 und 30 werden sich beteiligen – ist er allerdings guter Hoffnung, dass es gelingt. Bei dem Erntezug handelt es sich nach seinen Worten aber nicht um einen „richtig ausgeformten Festumzug“. Stattdessen hofft der Pfarrer, dass sich entlang der Route durch den Ort noch viele Hainewalder anschließen. Start ist jedenfalls um viertel zwölf an der Kirche. Danach führt der Weg über die „Kleine Seite“ zur Schlossbrücke und weiter entlang der Talstraße bis Hüttigs Weg. Anschließend geht es über die Bergstraße zum Eurohof Dreiländereck. Hier beginnt dann um zwölf Uhr das Erntefest.

Das erste Fest dieser Art hatte das Hainewalder Schullandheim vor sechs Jahren gefeiert. Anlass war damals der Wiederaufbau einer alten Dreschmaschine. „Wir wollten ein Fest gestalten, bei dem wir die Maschine den Leuten vorführen konnten“, erzählt die Leiterin des Eurohofs, Martina Burisch. Die Veranstaltung stieß auf ein reges Interesse, sodass auch in den danach folgenden Jahren ein Erntefest stattfand.

Ein kleiner Erntezug

Vor drei Jahren gab es dann Überlegungen, das Fest zusammen mit der Kirche zu feiern. Zu dieser Zeit gab es auch einen kleinen Erntezug, bei dem die Erntekrone vom Gotteshaus zum Eurohof transportiert wurde. Im Rahmen des diesjährigen Erntefestes werden überdies die Umweltpreise des Landkreises Löbau-Zittau vergeben. Bereits 2005 fand die Auszeichnung in Hainewalde statt. „Damit wollen wir noch mehr Besucher anziehen“, erklärt der stellvertretende Eurohof-Leiter, Karl Knobloch.

Quelle: sz-online.de 15.09.2007