Gemeindeblatt vom 16. August 2013

Liebe Hainewalder, liebe Leser des Nachrichtenblattes,

wenn man nur noch vom Wetter schreibt, könnte der Eindruck entstehen, es gibt nichts Wichtigeres oder dem Schreiber fällt nichts Besseres mehr ein. Und doch sind gerade unsere drei Männer vom Bauhof seit Wochen regelmäßig dabei, die Folgen der Wetterunbilden zu beseitigen. Seit 2010 verfolgen uns die Hochwasserschäden der Mandau und dieses Jahr binden die sogenannten Starkregenereignisse die mobilen Kräfte des Bauhofes in erheblichen Maße, so das andere planmäßige Aufgaben nicht erledigt werden können .

Als schwierig zeigen sich wiederholt die Gewässer 2. Ordnung an „Siedlung“ und „Charlottenruh“ sowie die Abflüsse vom „Gampenstein“ – südlicher Teil. Hier geraten die Anwohner bei Unwetter regelmäßig in Panik, weil sich die sonst kläglichen Rinnsale in reißende Bäche verwandeln. Durchlässe, wie Rohre oder Brücken reichen nicht mehr aus und die Stauwirkung löst teils erhebliche Schäden an Häusern und Gärten an. Zum großen Handicap haben sich die landwirtschaftlichen Anbauflächen erwiesen, wo besonders der Mais bei Starkregen den Mutterboden nicht bindet und so den Weg für die reinsten Schlammlawinen freigibt. Die Agrargenossenschaft wird sicher im nächsten Jahr wirkungsvolle Maßnahmen einleiten, ihren wertvollsten Besitz – den Boden – besser zu schützen. Ein weiteres Problem stellen die nach der Wende verrohrten Straßengräben dar. Diese Gräben sind zwar pflegeleicht, aber kaum in der Lage, große Niederschlagsmengen in kürzer Zeit abzuleiten. So zeigt die Offenlegung des bislang verrohrten Grabens an der „Charlottenruh“ erste Erfolge. Schön und praktisch passt eben nicht immer zusammen.

Schwierig ist es momentan überhaupt einen Maßstab für Gräben, Brücken und Verrohrungen zu finden, der den aktuellen und künftigen Starkregenereignissen gewachsen sein soll. Ist das, was wir seit 2010 erleben eine vorrübergehende Geschichte oder müssen wir uns noch auf „Mehr“ vorbereiten? Letzteres würde bedeuten, dass im öffentlichen, wie im privaten Bereich der Gewässer größere Dimensionen für den Durchfluss geschaffen werden müssten, um den Wassermassen der Zukunft Herr zu werden. An der „Siedlung“ zum Beispiel könnte es auch bedeuten, das ehemalige Gräben wieder hergestellt werden, um die Abflussmöglichkeiten zu erweitern. Das Günstigste wäre es zweifellos das Wasser dort zu halten, wo es vom Himmel kommt und es nicht auf dem schnellsten Weg in die Mandau zu leiten und so das Problem auf die Talbewohner abzuwälzen.

In Abstimmung mit Frau Pyttel von der Stabstelle Flut beim Landkreis ist es uns gelungen, ein paar Schäden aus den letzten Hochwassern über Förderung beseitigen zu lassen. Das grundlegende Übel, die Folgen der (vielleicht) drastisch zunehmenden Starkregenereignisse an den Wasserbauanlagen, wird damit nicht wirklich beseitigt.

Welche Schwierigkeiten selbst renovierte Ingenieurbüros mit den Regenmassen der Neuzeit haben, zeigt sich auf der erst im vorigen Jahr fertiggestellten Verbindungsstraße zwischen Großschönau und Bertsdorf, wo das Wasser bereits wieder erhebliche Schäden an Banketten und Straßengräben angerichtet hat und allgemeine Ratlosigkeit herrscht. So bleibt uns allen noch viel Lehrstoff, wie wir mit den Antworten der Natur auf die vom Menschen forcierten Klimaveränderungen umgehen sollten.

Dafür werden wir noch viel Kraft und Ausdauer brauchen.

Ihr Jürgen Walther

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