Gemeindeblatt vom 14. Juni 2013

Liebe Hainewalder, liebe Leser des Nachrichtenblattes,

Vor dem großen Regen konnten bei glasklarer Fernsicht sehr schöne Schnappschüsse gemacht werden. Hier ein Blick von der Hutbergstraße zum Tannenberg. Foto: Jürgen Walther

Vor dem großen Regen konnten bei glasklarer Fernsicht sehr schöne Schnappschüsse gemacht werden. Hier ein Blick von der Hutbergstraße zum Tannenberg. Foto: Jürgen Walther

nun weiß ich nicht genau, woher das Sprichwort stammt: „Der Kelch ist zum Glück an mir vorbei gegangen.“ Wahrscheinlich war in besagtem Kelch ein giftiges Getränk. Wäre er mit Wein gefüllt gewesen, würde man wohl eher bedauern, dass der Kelch an einem vorbei gegangen ist.

Beim neuesten Hochwasser können wir von großem Glück reden, dass der Kelch gerade Mal an uns vorbei gegangen ist. Das hätte noch gefehlt nach dem langen, grimmigen Winter und dem verkorksten Frühjahr. Mit tiefem Mitgefühl für die Menschen in den neuerlich betroffenen Gebieten konnten wir das Grauen in den Medien verfolgen. Nur wer es schon mal erlebt hat, weiß, was diese unbändigen Wassermassen an Schaden anrichten können. An Häusern und an der Infrastruktur und parallel dazu an den Seelen der betroffenen Menschen, bzw. an allen Kreaturen, die Fühlen können. Die Angst, dass sich diese Wetterkapriolen in immer kürzeren Abständen wiederholen, schleicht sich in die Köpfe ein und wecken Misstrauen in eine glückliche Zukunft. Gepaart mit der Ohnmacht gegen das Element Wasser macht sich Unsicherheit breit und es stellt sich die Frage, ob ein dauerhafter künstlicher Hochwasserschutz überhaupt hergestellt werden kann. Ich sage Nein, weil niemand die künftigen Niederschlagsmengen vorhersagen kann und irgendwann wird ein künstlicher Hochwasserschutz immer wieder zu niedrig sein. Und wenn der dann den Wassermassen nicht mehr standhält, werden die Schäden umso schlimmer ausfallen. Die jetzige klimatische Entwicklung stoppen zu können, verneinen die Wissenschaftler, weil die Ursachen dafür schon in den letzten hundert Jahren durch die Industrialisierung gelegt wurden. Scheinbar hat die jetzige Generation nur die Chance den völligen Kollaps der Erde zu vermeiden, indem wirklich wirksame Klimaschutzmaßnahmen weltweit in kürzester Zeit umgesetzt werden. Aber kann oder will der jetzt lebende Mensch das überhaupt? Oder denken wir nicht eher im Sinne des Ausspruches: „Nach mir die Sintflut… “. Solange das Schlagwort „Wachstum“ an ein rücksichtsloses Ausbeuten der Erde gekoppelt ist, hält sich die Hoffnung auf eine mögliche Besserung in Grenzen. Noch produzieren die Industriestaaten heut weit mehr an Kohlendioxid als vor 50 Jahren zu Zeiten starken weltweiten Wirtschaftswachstums. Also Sein oder Nichtsein dürfte die dringende Frage jetzt und künftig sein.

Haushalt Hainewalde 2013

Die nasse Zeit hat die Kämmerin, Frau Urban genutzt, um auch für Hainewalde einen Haushalt für das Jahr 2013 zu erstellen. Das Werk hat 220 Seiten. Im Vorwort heißt es bei den allgemeinen Erläuterungen zum doppischen Haushalt: „Durch das reformieren des Gemeindehaushaltes soll das kommunale Haushalts- und Rechnungswesen von der bislang zahlungsorientierten Darstellungsform auf eine ressourcenorientierte Darstellung umgestellt werden“. Also neigt der Doppikunkundige zumindest dazu, einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Einführung der Doppik in den Landkreisen, Städten und Gemeinden und dem ressourcenorientierten Umgang mit dem Naturhaushalt herzustellen. Siehe Hochwasser! Wenn ich mehr verbrauche, als ich einnehme, führt das gesetzmäßig zur Katastrophe. Mit dem kleinen Unterschied; die Gemeinde wird im Umgang mit den Ressourcen ständig von Ämtern überwacht, bei der Natur geht der Mensch davon aus, dass sie endlos noch Reserven versteckt hält, die die Katastrophe zu unseren Lebzeiten verhindern möge.

Immerhin haben wir im Vorfeld der Haushaltsaufstellung über 70.000 Euro gestrichen, um einen ausgeglichenen Haushalt darstellen zu können. Sollten die bestehenden Abschreibungsgrundsätze für getätigte Investitionen bestehen bleiben, werden die Gemeinden in Kürze erhebliche finanzielle Probleme bekommen und gemeinnützige Aufgaben müssten auf den Prüfstand gestellt werden. Ich kann mir schwer vorstellen, wie das Gemeinwesen unter dem Motto „Alles muss sich rechnen“ funktionieren soll. Aber da das Land Sachsen selbst die Doppik noch nicht eingeführt hat und ein strebsamer Innenminister auch ein wenig gefordert wird, wenn die Doppikrechnung nicht aufgeht, kann man noch auf Nachbesserungen hoffen, bevor das berühmte Kind in den (vom Hochwasser verseuchten) Brunnen gefallen ist. Es sei denn, er will auf diese Weise die nächste Gemeindegebietsreform einleiten. Unter dem Motto: Armut schweißt zusammen…
Bis dahin gibt es wie jedes Jahr in der „warmen Zeit“ eine Reihe von Feiern und Festen, die von vielen fleißigen Helfern ausgerichtet werden und um unsere Teilnahme bitten. So werben die Mitglieder des Schlossvereines beim Schlossfest und Familie Zabel beim Limonadenfest um unsere Gunst. Ich freue mich, Sie dort zu sehen!

Ihr Jürgen Walther