Gemeindeblatt vom 11. März 2016

Liebe Hainewalder, liebe Leserinnen und Leser des Nachrichtenblattes,

es ist sicher ein Privileg, dass ich über gute oder schlechte Nachrichten in meinem Vorwort des Nachrichtenblattes selbst entscheiden kann. Dabei ist es immer eine Gratwanderung, die Informationen über die eigenen Erfolge nicht zu hoch aufzutragen und die guten oder auch manchmal zu kritisierenden Leistungen von anderen möglichst gerecht einzuschätzen.

Nach den Erfahrungswerten könnte ein Missgriff schnell zu einem Maulkorberlass führen. Als aufrechter Demokrat (?) nehme ich für den von mir zu verantwortenden Teil natürlich die guten Nachrichten in Anspruch und die Grundlage für die eher schlechten oder kritikwürdigen „Schlagzeilen“ liefern auf alle Fälle immer die Anderen. Es ist wohl ein Problem der Geschichte der Menschheit, dass der Mensch, sobald er geistig, körperlich, wirtschaftlich oder auch politisch Macht besitzt, diese auch missbraucht. Das hat in ähnlichen Worten verpackt schon zu DDR-Zeiten unser sehr geschätzter Geschichtslehrer, Herr Heinrich – damals an der Mittelschule Großschönau – seinen Schülern vermittelt. Dieses Prinzip zieht sich offenbar durch alle Gesellschaftsordnungen; eben nur auf unterschiedlichem Niveau. Es war nach dem Mauerfall wohl sehr naiv von mir gewesen, daran zu glauben, dass die Welt von nun an besser wird. Die Grundlagen für den kalten Krieg zwischen den politischen Systemen schien überwunden, die Umwelt sollte von nun an für ein langes Bestehen der Welt gehegt und gepflegt werden. Der Anspruch auf Freiheit, Demokratie und ansprechende Lebensverhältnisse sollte für alle Menschen bestehen.

Gut gedacht – schlecht gemacht! Das schlimme ist, dass wir alle an dem Dilemma mitwirken und stillhalten, solange es uns halbwegs gut geht. Die neue Situation mit den in den Medien genannten 60 Millionen Flüchtlingen auf dieser Welt sollte uns schnell nachdenklich machen. Vor Jahren hieß es noch scherzhaft: die Chinesen werden uns irgendwann überrennen. Jetzt ist es ganz anders. Die Kriegs- und Hungeropfer kommen und in absehbarer Zeit auch die, denen das Trinkwasser ausgeht bzw. das Wasser infolge des Klimawandels bald bis zum Halse stehen wird. In den USA wartet ein brutaler Multimilliardär auf den Wahlsieg, in Nordkorea bastelt man an der Atombombe.

Wenn der Wahnsinn zusammentrifft gnade uns Gott. Soweit die bedenklichen Nachrichten oder Eindrücke von mir, für die Anderen, die Verantwortung tragen und eigentlich mit dem Vorwort und den Erfolgsnachrichten für Hainewalde wieder einmal nichts zu tun haben.

Geld für Straßenreparaturen in Hainewalde

Nun zu den Erfolgsnachrichten. Aufgrund starker Winterschäden auf sächsischen Straßen in vergangenen Jahren (wann war überhaupt der letzte richtige Winter?) haben auch wir von Sonderzuwendungen des Freistaates für die Schadensbeseitigung profitiert und konnten einige Schäden beseitigen. Erstmals in diesem Jahr gibt es eine Art Straßenreparaturpauschale, die nach der Kilometerzahl des Ortsstraßennetzes festgelegt ist.

Bedingung der Förderung ist allerdings, dass kein Neubau oder grundhafter Ausbau von Straßen in Frage kommt, sondern nur bestehende Anlagen „repariert“ werden. Wenn der Gemeinderat zustimmt, werden wir den Fußweg an der Bahnhofstraße mit einer Schwarzdecke versehen. Der jetzt gepflasterte Weg befindet sich in einem schlechten Zustand. Da er an einer Kreisstraße liegt, ist der Landkreis mit Borden und Randstreifen daran zu beteiligen. Mit dem Restgeld bietet es sich an, Reparaturen an Ortsstraßen – besonders im Bereich von Schachtdeckeln vorzunehmen.

Neue Satzung zur Nutzung öffentlicher Einrichtungen in Hainewalde

Im Blatt müssten Sie die neue Satzung zur Nutzung öffentlicher Einrichtungen in Hainewalde lesen können. Für die Grundlagenerarbeitung (Betriebskostenerfassung) hat die Verwaltung viel Aufwand betreiben müssen. Der Gemeinderat wiederum hat die Vorlage nach reichlicher Diskussion zu einem Ergebnis gebracht, mit dem jeder Nutzer leben können müsste. Eine echte Nutzungsentgeltsteigerung ist nur bei der Kegelbahn in der Turn- und Festhalle zu verzeichnen. Dass der bisherige Kostenansatz zu niedrig war, wurde selbst von Mietern der Anlage angesprochen. Insgesamt hat sich der Gemeinderat bei der Kostenfestsetzung außer an den Betriebskosten auch am Gemeinwohl orientiert; heißt, die Kosten sind vergleichbar mit anderen öffentlichen und auch „privaten“ Nutzungen und sie sollen erschwinglich bleiben. Besonders Vereine sollten nicht schlechter gestellt werden, als in der alten Satzung verankert.

Ich hoffe nur, dass der höhere bürokratische Aufwand für die jeweilige Antragstellung potentielle Neu- oder Dauernutzer nicht abschreckt. Aber wir werden schließlich verwaltet und vom Kommunalamt geprüft. Darum muss zurecht alles seine Ordnung haben. Vielleicht sahen wir vieles bisher zu locker und waren zu vertrauensselig. Sollte allerdings der Weihnachtsmann vom Hainewalder Weihnachtsmarkt künftig noch eine staatlich anerkannte Zulassung brauchen, wird er wohl samt des Marktes künftig ausfallen. Wie leicht könnte unter der roten Robe ein böser Bube oder ein Terrorist stecken…Das ist natürlich spaßig gemeint und gehört wiederum nicht ins Amtsblatt.

Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Osterfest und genehmigen Sie sich einen – frei nach Johann Wolfgang von Goethe – schönen Osterspaziergang.

Ihr Jürgen Walther

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